Deutsche Bank

Unternehmerische Verantwortung
Bericht 2016

ESG im aktiven Anlagemanagement

Für unsere aktiv gesteuerten Anlageprodukte verfolgen wir eine Integrations- und Screening-Strategie. Daher haben wir 2016 unsere bankeigene Software (ESG Engine) optimiert und damit die Möglichkeit verbessert, ESG-Kriterien in Anlageentscheidungen zu integrieren. Wir haben hauseigene Schulungen entwickelt, um unsere Anlage-, Verkaufs- und Produktspezialisten über neue Funktionen der ESG Engine zu informieren. Diese Schulungen sind für alle Anlageexperten der Deutschen AM verpflichtend, für Verkaufs- und Produktspezialisten freiwillig.

Darüber hinaus haben wir von der European Federation of Financial Analysts Societies (EFFAS) das Certified ESG Analyst Training Program erworben. Alle unsere Analysten und Portfoliomanager im aktiven Portfoliomanagement von Aktien, Anleihen oder Multi-Asset-Strategien müssen daran teilnehmen.

ESG Engine

Wir haben eine interne FinTech-Softwarelösung entwickelt, um Unternehmen und Staaten anhand von vielen verschiedenen ESG-Indikatoren zu untersuchen, zu bewerten und einzustufen. Nach diesem Ansatz wenden wir Algorithmen und Datensteuerungssysteme an und holen von führenden externen ESG-Anbietern relevante Informationen ein, führen sie zusammen und integrieren sie ins Portfoliomanagement. Im Jahr 2016 haben wir unsere ESG-Ratingagenturen um Trucost ergänzt – ein Anbieter, der auf ökologische Nachhaltigkeitsdaten spezialisiert ist. Für unsere ESG-Analyse nutzen wir somit Daten von insgesamt sieben externen ESG-Datenspezialisten: Trucost, Sustainalytics, MSCI, ISS-Ethix, RepRisk, SIGWATCH und oekom. Darüber hinaus erhalten wir Informationen von relevanten NROs.

ESG-Bewertungsmethode

Im Jahr 2016 haben wir eine neue ESG-Bewertungsmethode eingeführt. Mit dieser können wir diejenigen Unternehmen innerhalb einer Vergleichsgruppe ermitteln, die laut externer Spezialisten die ESG-Kriterien vorbildlich oder aber weniger gut erfüllen. Wenngleich ein solcher Best-in-Class- Ansatz auch nicht neu ist, haben wir ihn durch unsere anbieterübergreifende Methode weiterentwickelt, um eine objektive 360-Grad-Beurteilung zu ermöglichen. Unser Best-in-Class-Ansatz berücksichtigt hunderte Indikatoren aus den Bereichen Ressourcen und Abfall, Klimawandel, umweltfreundliche Produkte, Humankapital, gesellschaftliche Auswirkungen, Produktverantwortung, Geschäftsethik, vorbildliche Unternehmensführung und Politik. Im Berichtsjahr haben wir eine ESG-Bewertungsmethode für Staaten eingeführt, die sich explizit auf politische Rechte und bürgerliche Freiheiten, insbesondere auf das Wahlverfahren und die Pressefreiheit konzentriert.

Wir haben uns damit 2016 noch besser aufgestellt, um unseren Kunden maßgeschneiderte und regelkonforme ESG-Lösungen anzubieten und ESG-Informationen standardisiert in unserem Investmentprozess zu verarbeiten. Wir haben die Berichte der ESG Engine in unseren Investmentprozess integriert, so dass alle Portfolio- und Anlagemanager ESG-Risiken und -Chancen konsistent und effizient bewerten können.

Kontroverse Geschäfte

Portfolios werden untersucht, um festzustellen, ob ihre Erträge als kontrovers (zum Beispiel Verteidigung) wahrgenommen werden oder ob sie aus risikobehafteten Sektoren (zum Beispiel Kohle) stammen. Ferner überprüfen wir Portfolios darauf, ob sie die Prinzipien des UN Global Compact einhalten. So werden nicht nur ethische Aspekte (zum Beispiel keine Kinderarbeit) erfüllt, sondern auch potenzielle Folgen kontroverser Geschäfte überwacht (zum Beispiel Marktmanipulation). Wir analysieren außerdem das jeweilige Kohlenstoffdioxidrisiko anhand von ESG-Daten eines Anbieters.

Mit der ESG Engine haben wir spezielle ESG-Produkte in allen liquiden Anlageklassen entwickelt, insbesondere Aktien sowie Unternehmens- und Staatsanleihen, einschließlich hochverzinslicher und Schwellenländeranleihen. Die wichtigsten Anforderungen institutioneller Kunden wie Kirchen und Pensionsfonds konnten wir mithilfe von aktiven und passiven Produktlösungen erfüllen.

Im vergangenen Jahr ist das öffentliche Interesse am Thema ESG gestiegen. Morningstar und MSCI haben ein Rating für an ESG-Kriterien ausgerichtete Fonds eingeführt und dafür gesorgt, dass ESG-Kriterien im etablierten Fondsmanagement berücksichtigt werden.