Deutsche Bank

Unternehmerische Verantwortung
Bericht 2016

Nachhaltige Anlagen

Das Investoreninteresse an solchen Nachhaltigkeits- und Wirkungsfonds, die einen Beitrag zu den von den Vereinten Nationen festgelegten SDGs leisten, wächst rasant.

Unser umfangreiches Anlageprogramm an Nachhaltigkeits- und Wirkungsfonds deckt die Bereiche Energie (saubere Energie, Energiespeicherung und -nutzung), Umwelt (Nahrung/Landwirtschaft, Abfall, Wasser), Mikrofinanz, Beschäftigung/Ausbildung und Wohnraum ab. Diese Fonds haben eine „dreifache Bilanz“, in der nicht nur finanzielle Erträge, sondern auch ein positiver ökologischer und sozialer Mehrwert ausgewiesen wird. Im Jahr 2016 betreuten wir acht Nachhaltigkeits- und Wirkungsfonds mit einem Gesamtvolumen von mehr als 1,63 Mrd. € (siehe unten).

Nachhaltigkeitsfonds

Fonds

Zweck

Start

Vol. in Mio. €

Rolle

1

IM: Investment Manager

2

FM: Fondsmanager

Africa Agriculture and Trade Investment Fund (AATIF)

SDGs: 1, 2, 8, 9, 13, 14, 15

Nahrungsversorgung und Armutsbekämpfung durch nachhaltige Investitionen entlang der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette in Afrika

2011

116

IM1

Clean Cooking Working Capital Fund

SDGs: 3, 7, 13

Finanzierung der Produktion sauberer Kochherde in Entwicklungsländern

2015

0,7

IM

Essential Capital Consortium (ECC)

SDGs: 4, 7, 10

Fremdfinanzierung für Dienstleistungsanbieter in den Sektoren Gesundheit, Energie und Finanzen in einkommensschwachen Gemeinden in Entwicklungsländern

2014

37

IM

European Energy Efficiency Fund (EEEF)

SDGs: 11, 13

Energieeffizienz und erneuerbare Energien im öffentlichen Sektor in Europa

2011

112

IM

European Fund for Southeast Europe (EFSE)

SDGs: 8

Förderung von Wirtschaftswachstum und Wohlstand in Südosteuropa und den östlichen Nachbarländern Europas durch die nachhaltige Bereitstellung zusätzlicher Mittel zur Finanzierung von Kleinst- und Kleinunternehmen sowie Privathaushalten über anerkannte Finanzinstitute

2005

919

FM2

Green for Growth Fund (GGF)

SDGs: 7, 11, 13

Energieeffizienz und erneuerbare Energien über lokale Banken in Südosteuropa, einschließlich der Türkei und den östlichen Nachbarländern Europas

2009

363

FM

Microfinance funds

SDGs: 1, 5, 8

Vor- und nachrangige Fremdfinanzierungen für Mikrofinanzinstitute und Banken in den Entwicklungsländern, um den Zugang zu erstklassigen Finanzdienstleistungen zu verbessern

 

 

 

Global Commercial Microfinance Consortium II

2012

82

IM

Microcredit Development Fund

1997

3,6

IM

Summe

 

 

1,634

 

Viele Regierungen weltweit haben die SDGs im September 2015 anerkannt, um durch internationale Zusammenarbeit zahlreiche ehrgeizige quantitative Ziele nicht nur für Entwicklungsländer, sondern für alle Staaten zu erreichen. Die Regierungen sind auch dafür verantwortlich, dass etwas unternommen wird. Laut einer Untersuchung der Vereinten Nationen sind in den kommenden 15 Jahren jährliche Investitionen von 5 bis 7 Bio. US$ und damit neue private Kapitalströme notwendig. Jeder unserer Fonds adressiert spezielle SDGs.

Wir sind mit unseren Nachhaltigkeits- und Wirkungsfonds auf vier Kontinenten und in mehr als 30 Entwicklungsländern vertreten. Hierzu gehören auch Länder mit geringen oder höchstens mittleren Einkommen, wie Armenien, die Demokratische Republik Kongo, die Elfenbeinküste, El Salvador, Honduras, Indien, Kambodscha, Kirgisistan, Nicaragua, Nigeria und Tadschikistan. Wir erstatten Bericht darüber, wie die Fonds einen positiven ökonomischen und sozialen Mehrwert schaffen. Einige der Fonds (AATIF, EEEF, EFSE und GGF) stellen auf ihrer Website umfassende Informationen bereit.

Fonds

Positiver ökologischer oder sozialer Mehrwert

Africa Agriculture and Trade Investment Fund

Zum dritten Quartal 2016 wurden Unternehmen und Finanzinstituten 140 Mio. US$ zur Förderung des Agrarsektors in Afrika ausgezahlt. Die Mittel sollen den Bedürftigen zugutekommen. Ein Investitionsempfänger expandierte, um 628 kleine Reisbauern (28 % Frauen) zu unterstützen, die in guter landwirtschaftlicher Praxis geschult wurden und Finanzhilfen für Bewässerungskosten erhielten. Ein weiterer Investitionsempfänger, der ein Darlehen von einer örtlichen Bank des AATIF erhielt, unterstützte 1.628 kleine Teebauern in Simbabwe, damit sie neue landwirtschaftliche Geräte kaufen und den Anbau von Kaffee, Avocados und Macadamianüssen ausbauen konnten.

European Energy Efficiency Fund

Zum dritten Quartal 2016 hat der EEEF für elf Projekte in sieben Ländern 112 Mio. € zur Verfügung gestellt, mit denen Einsparungen bei der Primärenergie von insgesamt 18.553 MW und eine Reduzierung von Treibhausgasen von insgesamt 248.975 t erzielt wurden.

Finca Microfinance Fund (der Fonds schloss im Jahr 2016 nach Beendigung seiner siebenjährigen Laufzeit)

Der FINCA Microfinance Fund unterstützt sieben Mikrofinanzinstitute (MFIs) in sieben Ländern. Von 2009 bis zum zweiten Quartal 2016 ist die Anzahl der Kreditnehmer um 33 % gestiegen. Damit wurden 143.251 Neukunden gewonnen (71 % davon kommen aus dem ländlichen Bereich). Im Verlauf der vergangenen sieben Jahre sind die von MFIs investierten Vermögenswerte auf 583 Mio. US$ gestiegen und haben sich damit mehr als verdoppelt. Zudem wurden bei den MFIs 2.503 neue Arbeitsplätze geschaffen. Vier (2009: 1) der MFIs bieten mittlerweile Sparprodukte an. Dies ermöglicht es 400.000 neuen Kunden mit niedrigem Einkommen, bei MFIs Spargelder anzulegen.

Global Commercial Microfinance Consortium II

Zum September 2016 wurde das Portfolio des Fonds von 88,6 Mio. US$ vorwiegend in Form von Mikrofinanzierungen an 32 Investitionsempfänger in 15 Ländern vergeben. Darunter wurden drei Sozialdarlehen an ein Energieunternehmen sowie zwei weitere an Anbieter alternativer Finanzdienstleistungen gewährt. Von den nahezu acht Millionen Kreditnehmern waren 83 % Frauen.

Essential Capital Consortium

Zum September 2016 hat der Fonds in zehn Ländern ein Portfolio von 34,6 Mio. US$ an 14 Kreditnehmer vor allem in folgenden Sektoren gewährt: 14 % Energie, 21 % Gesundheitswesen, 23 % Mikrofinanzierungen und 42 % sonstige Finanzdienstleistungen.

Die meisten Fonds basieren auf sogenannten Mischfinanzierungskonzepten. Es handelt sich dabei um öffentlich-private Partnerschaften, die Privatanlegern attraktive Möglichkeiten bieten, in öffentliche Projekte in Form von First-Loss-Kapital oder Garantien zu investieren.