Deutsche Bank

Unternehmerische Verantwortung
Bericht 2016

Stimmrechtsvertretung

Die Deutsche AM betrachtet eine gute Unternehmensführung als wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung und für positive Aktienrendite. Das Ziel lautet, die Interessen des Aufsichtsrats und des Vorstands mit den Interessen der Aktionäre abzustimmen. Hierzu haben wir in unserem Chief Investment Office ein eigenes Team für gute Unternehmensführung aufgestellt.

Hohe Standards für die Unternehmen, in die wir investieren

Von den Unternehmen, in die wir investieren, erwarten wir ein hohes Maß an Transparenz bei der Berichterstattung über die Strategie und über die Anreizsysteme für Vorstandsmitglieder. Wir erwarten auch, dass die Auswahl und die Nachfolgeplanung des Vorstands transparent und die Qualifikation der Vorstandsmitglieder genau beschrieben ist.

Wir glauben, dass Vielfalt im Vorstand eine wesentliche Voraussetzung für eine gute Unternehmensführung ist – Vielfalt von Fähigkeiten, Berufserfahrungen, Qualifikationen, Geschlechtern, Altersgruppen und soziokulturellen Hintergründen. Zudem fördern wir die Mechanismen, die ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Vollmachten, Kontrolle und Überwachung sicherstellen. Das erwarten wir auch von Aufsichtsräten.

Stimmrechtsvertretung: Regelwerk und Watchlist

Wir verfügen über einen konsistenten und stringenten Prozess für die Stimmrechtsvertretung. Er basiert auf unserer Corporate Governance & Proxy Voting-Richtlinie sowie auf einer Watchliste mit Beteiligungen in Fonds mit Sitz in Europa. Der Prozess kombiniert umfangreiche qualitative und quantitative Screenings mit der Bewertung einer guten Unternehmensführung.

Unsere jährlich überarbeitete und aktualisierte Corporate Governance & Proxy Voting-Richtlinie verdeutlicht unseren Kunden und den Unternehmen, in die wir investieren, welche Erwartungen wir haben. Wir berufen uns dabei auf nationale und internationale rechtliche Anforderungen und vorbildliche Praxisbeispiele sowie auf die weltweit anerkannten UN Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren, die wir im Jahr 2008 unterzeichnet haben, und darüber hinaus auf die Corporate Governance-Prinzipien des International Corporate Governance Network (ICGN) und die G20/OECD Grundsätze der Corporate Governance.

Engagement für gute Unternehmensführung

Wir führen einen regelmäßigen Dialog mit den Unternehmen, in die wir investieren, und wir fordern diese auf, ihre Unternehmensführung verantwortungsbewusst zu gestalten und transparent zu sein. Wir gehen aktiv auf Unternehmen zu, die unseren Kriterien einer guten Unternehmensführung nicht genügen.

Wenn uns der Dialog nicht zufriedenstellen kann, dann ergreifen wir weitere Maßnahmen, zum Beispiel

  • Schreiben an den Vorstand und – sofern angemessen – an den Aufsichtsrat,
  • Treffen mit Vorständen und Aufsichtsräten,
  • Kritik auf Hauptversammlungen oder über Presse und Medien,
  • Abstimmung gegen die Entlastung und/oder (Neu-)Wahl von Kandidaten für den Vorstand und Aufsichtsrat oder gegen sonstige vom Management vorgeschlagene Tagesordnungspunkte,
  • Aktionärsanträge und
  • etwaige Wertpapierverkäufe.

Im Jahr 2016 haben wir mit 30 Unternehmen Gespräche über gute Unternehmensführung geführt. Dazu haben wir Unternehmensvertreter getroffen, einschließlich der Mitglieder von Vorständen und Aufsichtsräten. Darüber hinaus haben wir allen (nahezu 200) Unternehmen, in die wir in Deutschland investieren, ein Schreiben geschickt, in dem wir sie über die Änderungen unseres Regelwerks zur Stimmrechtsvertretung und die entsprechenden Hintergründe sowie über sonstige wesentliche Themen informiert haben, die wir bei der Stimmrechtsvertretung und unseren allgemeinen Erwartungen hinsichtlich guter Unternehmensführung berücksichtigen werden.

Im Berichtsjahr haben wir unser Stimmrecht für unsere Fonds mit Sitz in Europa in 550 Hauptversammlungen und Sondersitzungen in 40 Ländern wahrgenommen. Zudem haben wir neue Versionen unserer Website (dws.de und dws.lu) gestartet, die über Wahlentscheidungen und Statistiken für unsere Publikumsfonds informieren. So können die Besucher der Website auf Unternehmens- und Fondsebene auf Informationen zugreifen. Laut einer Rangliste der Bloomberg Business-Week stimmte die Deutsche AM 2016 im Rahmen der Stimmrechtsvertretung als einziger Vermögensverwalter für sämtliche 68 klimabezogenen Aktionärsanträge. Der Vermögensverwalter mit dem zweithöchsten Wert sprach sich nur für 76 % der Anträge aus.