Deutsche Bank

Unternehmerische Verantwortung
Bericht 2016

Unser Geschäftsumfeld

Globale wirtschaftliche, soziale und ökologische Trends sowie Erwartungen unserer Interessengruppen prägen unser Denken und Handeln.

Im Laufe des Jahres 2016 stabilisierte oder verbesserte sich das wirtschaftliche Umfeld der Bank in einigen Ländern, trotz der wachsenden politischen Unsicherheit, die insbesondere nach der Abstimmung für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und den Präsidentschaftswahlen in den USA zu spüren war. Die Zentralbanken der großen Volkswirtschaften trugen mit ihrer expansiven Geldpolitik dazu bei, dass sich die Weltwirtschaft erholte.

Unabhängig davon belasteten uns weiterhin die Folgen früheren fragwürdigen Verhaltens. Wir arbeiteten daher intensiv daran, Rechtsstreitigkeiten beizulegen, reagierten auf regulatorische Anforderungen und stärkten die Beziehung zu unseren Kunden sowie die Leistungsfähigkeit der Bank.

Digitalisierung und Datensicherheit

Technische Innovationen und verändertes Kundenverhalten machen die gesamte Wirtschaft digitaler – auch die Finanzbranche. Die Digitalisierung bietet Chancen für neue, innovative Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und ein besseres Kundenerlebnis. Interne Prozesse werden effizienter, und mehr Tätigkeiten erfolgen elektronisch – Bankgeschäfte werden damit schneller und stärker standardisiert. Neue Marktteilnehmer wie FinTechs (Finanztechnologieunternehmen) fordern etablierte Finanzinstitute und ihre Geschäftsmodelle heraus. Eine erfolgreiche digitale Transformation ist deshalb ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.

Digitalisierung ist auch mit Risiken der Datensicherheit und Cyberkriminalität verbunden. Terroristische oder staatlich unterstützte Angriffe von Unternehmen oder Einzelpersonen stellen auch für die Finanzbranche eine erhebliche Bedrohung dar. Auch unsere Interessengruppen bewerteten diese Themen im Rahmen unserer Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2016 als bedeutend und hinterfragen unsere Risikomanagementprozesse.

Finanzkriminalität

Die Globalisierung trägt wesentlich zu Wirtschaftswachstum und Wohlstand bei. Gleichzeitig birgt sie aber auch Risiken. Dazu zählen solche, die durch finanzkriminelle Vorhaben entstehen können. Kriminelle benötigen Wege, um illegal erwirtschaftete Erträge in den legalen Wirtschaftskreislauf einzuschleusen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen macht Geldwäsche jährlich bis zu 5 % des weltweiten Bruttosozialprodukts aus. Laut einem Bericht der Weltbank entstehen durch illegale Finanzgeschäfte wie Korruption, Bestechung, Diebstahl und Steuerhinterziehung in den Entwicklungsländern Schäden in Höhe von 1,26 Bio. US$. Als globale Finanzinstitution laufen wir Gefahr, dass unsere Produkte und Dienstleistungen im Rahmen krimineller Vorhaben missbraucht werden. Deshalb überprüfen und intensivieren wir unsere Maßnahmen im Kampf gegen Finanzverbrechen ständig.

Demografie

Der demografische Wandel, weniger geradlinige berufliche Laufbahnen und die steigenden Ansprüche von Mitarbeitern an ein gesundes Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben erfordern auch vom Finanzsektor, sich als Arbeitgeber neu zu positionieren. Dies ist besonders wichtig für die Personalplanung und -entwicklung. So muss beispielsweise berücksichtigt werden, wie die Digitalisierung und eine Mehr-Generationen-Belegschaft die Bindung der Mitarbeiter zum Unternehmen sowie die Führungsstile beeinflussen. Wir bauen unsere Instrumente zum Wissenstransfer aus, bieten Mitarbeitern mehr Möglichkeiten für bereichsübergreifende Laufbahnen und ergreifen besondere Maßnahmen, um die Motivation und Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeitern aufrechtzuerhalten.

UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

Die Vereinten Nationen haben auf die globalen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen reagiert und Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) verabschiedet. Sie legen Prioritäten bis zum Jahr 2030 fest. Am 1. Januar 2016 begannen die Regierungen weltweit damit, die Agenda 2030 – den Umgestaltungsplan auf der Grundlage von 17 Zielen – auf Landesebene umzusetzen und drängende globale Herausforderungen in den nächsten 15 Jahren anzugehen. Die Deutsche Bank teilt die Auffassung, dass sich der private Sektor daran beteiligen muss, um diese Ziele zu erreichen. Da die SDGs die drängendsten Herausforderungen für die Menschheit definieren und priorisieren, sind sie auch für Unternehmen hilfreiche Bezugspunkte. Unser Beitrag zur Umsetzung der SDGs wird sich immer mehr zu einer Grundanforderung für unsere Geschäftstätigkeit entwickeln.

Klimawandel

Das Pariser Klimaschutzabkommen (2015) gilt allgemein als historischer Durchbruch in der internationalen Klimaschutzpolitik. Gleichwohl liegen noch große Herausforderungen vor uns. Die in Paris formulierten Ziele reichen wahrscheinlich nicht aus, um das so genannte 2 °C-Ziel zu erreichen. Zudem erschwerten unterschiedliche Interessen, dass das internationale Klimaabkommen in der Vergangenheit umgesetzt werden konnten. Der öffentliche Sektor muss mit dem privaten unbedingt zusammenarbeiten, um einen Paradigmenwechsel hin zu einer emissionsarmen Weltwirtschaft und zu klimaschonenden Entwicklungsmodellen anzustoßen und zu finanzieren. Als globale Bank können wir einen wichtigen Beitrag leisten, indem wir das nötige Kapital bereitstellen, um das Pariser Klimaabkommen umzusetzen.

Vertrauenswürdiges und transparentes unternehmerisches Handeln

Für unseren geschäftlichen Erfolg ist es sehr wichtig, wie unsere Interessengruppen die Rolle von Banken und deren gesellschaftlichen Beitrag wahrnehmen. 2016 hielten laut Edelman-Vertrauensbarometer weniger als ein Drittel (32 %) der Befragten den Finanzsektor für vertrauenswürdig (2015: 39 %). Daher ist es für uns wichtiger denn je, transparent zu sein. Neue Regulierungen, wie zum Beispiel die EU-Richtlinie zur nichtfinanziellen Berichterstattung und das britische Gesetz zur Bekämpfung moderner Sklaverei, sollen Nachhaltigkeitsinformationen offenlegen und verantwortliches unternehmerisches Handeln fördern.